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-253°C | The Bosch Hydrogen Expert Talk

Wasserstoff im großen Maßstab: Von der Strategie zur Realität

Wie verwandeln wir große Visionen in reale Wirkung? Im Bosch Hydrogen Expert Talk teilt Dr. Sopna Sury, Chief Operating Officer Hydrogen RWE Generation*, Einblicke aus der RWE-Pilotanlage in Lingen und erklärt, wie Infrastruktur, pragmatische Regulierung und zuverlässige nachfrageseitige Anreize den grünen Wasserstoffmarkt im großen Maßstab in Gang bringen werden.

-253°C | The Bosch Hydrogen Expert Talk #11: No time to H₂esitate

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In dieser Episode des Bosch Hydrogen Expert Talks erklärt Dr. Sopna Sury, wie RWE den grünen Wasserstoffmarkt im großen Maßstab in Gang setzen wird.

Wasserstoffprojekt in Lingen

RWE Elektrolyse Anlage in Lingen
Bild: RWE

In Lingen hat RWE eine H2-Pilotanlage mit einer Kapazität von 14 MW in Betrieb genommen. Die Elektrolyseanlage produziert bis zu 270 kg Wasserstoff pro Stunde. Sie testen mit dieser Pilotanlage zwei verschiedene Technologien: PEM- und Alkalische Elektrolyse.

Die H2-Pilotanlage ist Teil eines größeren Plans: Sie spielt eine Schlüsselrolle im GET H2 Nukleus-Projekt, wo RWE eine 300 MW Elektrolyseanlage baut.

Wir haben in Lingen verschiedene Betriebs-Lernprofile getestet. Angesichts der Volatilität von grünem Strom wollen wir verstehen, was die Technologien wirklich leisten können.

Dr. Sopna Sury, Chief Operating Officer Hydrogen RWE Generation*

Vom Pilotprojekt zum Großprojekt: Das GET H2 Nukleus-Projekt

Die H2-Pilotanlage in Lingen ist ein entscheidender Schrittmacher und Wegbereiter für das wesentlich größere GET H2 Nukleus-Projekt, bei dem RWE eine beeindruckende 300-MW-Elektrolyseanlage errichtet. Die im Kleinen gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Skalierung und den Erfolg dieser Großanlage ein, die als zentraler Knotenpunkt für Deutschlands Wasserstoffwirtschaft dienen wird.

Das Projekt zielt darauf ab, …

  • grünen H2 für Industriekunden im kommerziellen Maßstab zu erzeugen.
  • die H2-Produktion und -Abnahme mit einem 130 km langen Wasserstoffnetz zu verbinden.
  • die erste öffentlich zugängliche Wasserstoffinfrastruktur zu etablieren.

Zuverlässige Infrastruktur als Schlüssel für den emissionsarmen Wasserstoffmarkt

Karte von Deutschalnd auf grünem Hintergrund, die die Orte der Produktion, Lagerung und Nutzung zeigt.
Abnahmevereinbarung zwischen RWE und TotalEnergies. Quelle: RWE

Ein schnelles und zuverlässiges Wasserstoff-Kernnetz ist unerlässlich, um Angebot und Nachfrage zu verbinden. RWE hat frühzeitig einen 15-jährigen Abnahmevertrag für rund 30.000 Tonnen pro Jahr abgeschlossen, was zeigt, wie eine robuste Pipeline-Infrastruktur den Markterfolg untermauert. Eine zeitnahe Umsetzung ist die Grundlage für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt in ganz Deutschland.

Was braucht der Markt, um von Pilotprojekten zur vollständigen industriellen Nutzung zu skalieren?

Dr. Sopna Sury identifiziert drei Hauptfaktoren:

Infrastruktur

Planungssicherheit bezüglich der Infrastruktur ist essenziell.

Pragmatische Regulierung

Pragmatischere Regulierung, um die Kostenunterschiede zwischen Erdgas, grauem Wasserstoff und grünem Wasserstoff zu überwinden.

Nachfrageanreize

Lieferanten benötigen zuverlässige industrielle Abnehmer. Während Verbraucher Planungssicherheit benötigen, um sich zu langfristigen Abnahmevereinbarungen zu verpflichten.

Ausblick 2050:

Die Vision für das Jahres 2050 umfasst eine vollständig vernetzte Landschaft, die traditionelle Sektorengrenzen überwindet. Der Schlüssel dazu liegt im Konzept der Sektorkopplung, bei dem Strom („Elektronen“) und gasförmige Energieträger („Moleküle“) als ein integriertes, systemisches Ganzes behandelt werden. In diesem Modell werden erneuerbare Energien und Batteriespeicher intelligent mit der Wasserstoffwirtschaft verknüpft. Wasserstoff dient dabei als entscheidende Brücke, um Langzeitspeicherung zu ermöglichen und die notwendige Flexibilität im System zu gewährleisten. Gesteuert durch künstliche Intelligenz (KI), schaffen wir so ein widerstandsfähiges, sich selbst erhaltendes und vollständig dekarbonisiertes Energiesystem.

Infrastruktur ist die Grundlage dafür, dass Angebot und Nachfrage zusammenkommen.

Dr. Sopna Sury, Chief Operating Officer Hydrogen RWE Generation*

*Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung hatte Sopna Sury die Position des COO Hydrogen bei RWE Generation inne. Nach der Aufzeichnung und während der Postproduktion wurde ihre Rolle aktualisiert: Ab dem 1. April wird sie die Rolle der CEO RWE Renewables Europe & Australia übernehmen. Die Zuständigkeiten für das Wasserstoffgeschäft wurden zusätzlich Nikolaus Valerius, CEO von RWE Generation, übertragen.