Optimierte Materialien für mehr Effizienz in der PEM-Elektrolyse
Die Diskussion um Wasserstoff aus erneuerbaren Energien dreht sich oft um Infrastruktur, Kosten und Skalierbarkeit. Dabei wird der Struktur der Elektrolysezelle, die der Technologie zugrunde liegt, oft zu wenig Beachtung geschenkt. Doch jede Komponente, von Membran über Elektrode bis zum Katalysator, beeinflusst das gesamte System. Im Bosch Hydrogen Expert Talk erklärt Anna Bernroitner, Expertin für Elektrochemie am Standort Linz, wie materialwissenschaftliche Überlegungen entscheidend zur Optimierung des Elektrolyse-Stacks beitragen können.
-253°C | The Bosch Hydrogen Expert Talk #9: wH₂y material matters
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In dieser Episode erklärt Anna Bernroitner, Expertin für Elektrochemie bei Bosch, wie sie und ihr Team durch materialwissenschaftliche Überlegungen entscheidend zur Optimierung des Elektrolyse-Stacks beitragen.
Was passiert bei der PEM-Elektrolyse?
Im Verfahren der Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyse (englisch: Proton Exchange Membrane Electrolysis, kurz PEMEL oder PEM) wird Wasser mithilfe von elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff umgewandelt.
An der Anode werden die Wassermoleküle zerlegt, und an der Kathode entsteht Wasserstoff.
Elektrolyse – eine Herausforderung der Materialwissenschaft
Um elektrochemische Systeme zu verstehen und gezielt zu verbessern, untersuchen und analysieren wir die Eigenschaften unserer Materialien so präzise wie möglich. Dafür führen wir elektrochemische Tests an Full-Scale und Sub-Scale Stacks durch und ergänzen diese durch Simulationen an Modellsystemen.
Mit der CCM können wir Zug- und Drucktests durchführen, um zu verstehen, wie mechanische Belastungen die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer beeinflussen. Die gewonnenen Erkenntnisse können in Simulationen genutzt werden, die wiederum neue Einsichten ermöglichen. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf aus Forschung, Verständnis und Innovation.
Wie optimieren wir die Lebensdauer des PEM-Elektrolyse-Stacks?
Ein gutes Beispiel dafür ist die Kompression der CCM, denn sie spielt eine entscheidende Rolle für die Leistung und Lebensdauer des Systems. Eine stärkere Kompression verbessert den elektrischen Kontakt zwischen der PTL, der GDL und der CCM, was zu einer höheren Effizienz führt. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die mechanische Belastung, die die Alterung beschleunigen oder den Materialfluss zu und von den Reaktionsorten behindern kann. Unser Ziel ist es, das optimale Gleichgewicht zu finden, welches eine lange Lebensdauer sicherstellt, ohne dabei die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Wie können wir die Alterungsmechanismen der Membran besser verstehen?
Mit der Zeit unterliegt die CCM verschiedenen Alterungsprozessen, die sowohl mechanischer als auch chemischer Natur sein können. Mechanisch kann die Membran durch ständige Druckbelastung dünner werden. Eine weitere Möglichkeit ist die chemische Membranalterung, bei der die CCM einige der Polymermoleküle, aus denen die Membran besteht, verliert. Um diese Prozesse besser zu verstehen, kontaminieren wir die Elektrolysezellen gezielt mit verschiedenen Ionen, die katalytisch wirken können. Manche dieser Ionen beschleunigen chemische Abbauprozesse, andere blockieren die wichtigen Stellen im Polymer, die für den Protonentransport nötig sind. Auch die Katalysatoren auf der Außenseite der CCM können im Laufe der Zeit ihre Wirksamkeit verlieren. Etwa durch Katalysatorvergiftung, wenn aktive Zentren blockiert werden. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist entscheidend, um dauerhaft stabile und effiziente Membranen zu entwickeln.



